Das Internet gehört für die meisten von uns zum Alltag. Wir lesen Nachrichten, kaufen ein, stellen Anträge oder buchen einen Termin beim Arzt, alles online. Was für viele selbstverständlich ist, bleibt für andere eine echte Hürde. Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit geistiger Behinderung oder mit eingeschränktem Seh- oder Hörvermögen können viele Webseiten nur mit Mühe oder gar nicht nutzen. Leichte Sprache und einfache Sprache helfen dabei, diese Hürde kleiner zu machen. Beide sind ein wichtiger Baustein für mehr Barrierefreiheit im Internet.
Barrierefreies Webdesign in Bonn: Warum Leichte Sprache immer wichtiger wird
Bonn ist UN-Stadt und hier arbeiten viele Organisationen, die sich mit Teilhabe und Menschenrechten beschäftigen. Das Thema ist aber längst nicht nur für Behörden und Verbände interessant. Auch Unternehmen, Arztpraxen und Vereine in Bonn sollten sich fragen: Ist unsere Webseite für alle Menschen verständlich und nutzbar? Wir bei medienplus stellen uns diese Frage bei jedem Projekt und entwickeln Webseiten, die gut aussehen und trotzdem niemanden ausschließen.
Was bedeutet eigentlich leichte Sprache?
Leichte Sprache ist eine besonders gut verständliche Form des Deutschen. Sie folgt festen Regeln. Jeder Satz enthält nur eine Aussage, schwierige Wörter werden vermieden oder erklärt und lange Wörter werden mit einem Bindestrich getrennt, also zum Beispiel Bundes-Tag statt Bundestag. Fremdwörter, Abkürzungen und der Konjunktiv kommen möglichst nicht vor. Seit 2023 gibt es mit der DIN SPEC 33429 sogar Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache. Gute Texte in Leichter Sprache werden außerdem von Menschen aus der Zielgruppe geprüft, bevor sie veröffentlicht werden.
Einfache Sprache ist weniger streng. Auch sie verzichtet auf komplizierte Wörter und verschachtelte Sätze, folgt aber keinem festen Regelwerk. Sie richtet sich an ein breiteres Publikum und liest sich eher wie ein klarer, gut geschriebener Alltagstext.
Beide Varianten haben dasselbe Ziel. Möglichst viele Menschen sollen verstehen, was dort steht, unabhängig von ihrem Bildungsgrad, ihrer Muttersprache oder einer Einschränkung.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Wie groß der Unterschied ist, zeigt ein Satz, wie er auf vielen Webseiten von Praxen und Ämtern steht.
- Standardsprache: „Zur Wahrnehmung Ihres Termins ist eine vorherige telefonische Vereinbarung mit unserem Sekretariat erforderlich.“
- Einfache Sprache: „Bitte rufen Sie vorher bei uns an und vereinbaren Sie einen Termin.“
- Leichte Sprache: „Sie möchten zu uns kommen. Dann rufen Sie bitte vorher an. Wir geben Ihnen einen Termin.“
Der Inhalt ist in allen drei Fällen derselbe. Die beiden unteren Fassungen versteht aber fast jeder beim ersten Lesen.
Wer profitiert von leichter Sprache?
Man denkt oft zuerst an Menschen mit Behinderungen. Die Gruppe derer, die von leichter Sprache profitieren, ist aber viel größer.
- Menschen mit Lernschwierigkeiten
- Ältere Menschen
- Menschen, die noch nicht gut Deutsch sprechen
- Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie)
- Menschen mit Konzentrationsschwierigkeiten
- Menschen, die sich im Internet einfach schnell zurechtfinden möchten
Dazu kommt eine Zahl, die viele überrascht. Über 6 Millionen Menschen in Deutschland können nicht gut lesen und schreiben. Das hat die LEO-Studie der Universität Hamburg gezeigt. Die meisten von ihnen haben einen Job und eine Familie und leben mitten unter uns, auch hier in Bonn. Leichte Sprache hilft also keiner kleinen Randgruppe. Sie hilft sehr vielen Menschen.
Barrierefreiheit im Web, ein Menschenrecht
Die UN-Behindertenrechtskonvention sichert Menschen mit Behinderungen den gleichberechtigten Zugang zu Information und Kommunikation zu. Dazu gehört heute ganz selbstverständlich auch das Internet. Barrierefreie Webseiten sind deshalb ein wichtiger Schritt in Richtung Inklusion.
In Deutschland ist das inzwischen auch gesetzlich geregelt. Öffentliche Stellen des Bundes müssen nach der BITV 2.0 barrierefreie Webseiten anbieten und wichtige Informationen auch in Leichter Sprache bereitstellen. Seit dem 28. Juni 2025 gilt außerdem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Es betrifft viele Unternehmen, die online Produkte oder Dienstleistungen für Verbraucher anbieten, zum Beispiel Onlineshops, Banken oder Buchungsportale. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen. Leichte Sprache schreibt das Gesetz nicht ausdrücklich vor. Es verlangt aber, dass Informationen verständlich und für alle bedienbar sind. Ob Ihr Unternehmen betroffen ist, sollten Sie im Einzelfall prüfen lassen.
Was bedeutet Barrierefreiheit konkret?
Barrierefreie Webseiten erkennt man an einigen typischen Merkmalen. Sie
- lassen sich auch mit Screenreadern bedienen (für blinde oder sehbehinderte Menschen),
- haben eine klare Struktur und Navigation,
- funktionieren auch ohne Maus nur mit der Tastatur,
- nutzen kontrastreiche Farben und gut lesbare Schriftgrößen,
- beschreiben Bilder mit Alternativtexten,
- bieten Inhalte auch in leichter oder einfacher Sprache an,
- verzichten auf unnötig komplizierte Technik oder Sprache.
Mehr zu den technischen Grundlagen lesen Sie in unserem Glossar unter barrierefreies Webdesign. In der öffentlichen Verwaltung ist das Thema schon lange Pflicht. Aber auch für Unternehmen lohnt es sich. Wer barrierefrei kommuniziert, erreicht mehr Menschen und zeigt, dass ihm seine Kunden wichtig sind.
Leichte Sprache und Webdesign, wie passt das zusammen?
Eine gute Webseite muss technisch funktionieren und ansprechend aussehen. Sie muss aber auch verständlich sein. Das Design spielt dabei eine große Rolle. Große Buttons, übersichtliche Menüs, klare Farben und gut lesbare Schriften machen die Bedienung leichter.
Das allein reicht aber nicht. Auch die Inhalte selbst müssen zugänglich sein. Ein schöner Text hilft wenig, wenn ihn niemand versteht. Deshalb gehören Gestaltung und Sprache zusammen. Leichte oder einfache Sprache sorgt dafür, dass die Botschaft auch dort ankommt, wo ein normaler Text zu schwer wäre.
Bei medienplus aus Bonn achten wir bei der Webseitenerstellung auf beides. Gemeinsam mit unseren Kund:innen überlegen wir zuerst, wen sie eigentlich erreichen wollen. Danach klären wir, wie das möglichst barrierefrei gelingt. Wenn Texte neu geschrieben werden müssen, unterstützen wir auch bei der Texterstellung.
Webseiten für alle, auch für Menschen mit Einschränkungen
Ein blinder Mensch nutzt das Internet mit einem sogenannten Screenreader. Das Programm liest Texte vor und beschreibt, was auf der Seite zu sehen ist. Wenn eine Webseite schlecht programmiert oder unübersichtlich aufgebaut ist, funktioniert das nicht richtig. Dann liest der Screenreader zum Beispiel nur „Bild“ vor oder springt planlos zwischen Menüpunkten hin und her. Ähnlich geht es Menschen, die wegen einer geistigen Behinderung langsam lesen oder Inhalte schwer verarbeiten können.
Oft wird vergessen, wie viele Menschen auf diese Weise ausgeschlossen werden, nur weil niemand daran gedacht hat, Inhalte einfacher zugänglich zu machen.
Übrigens liest auch ohne Einschränkung jeder lieber einen klaren Text. Wer möchte sich nach einem langen Arbeitstag durch einen Fachtext quälen, wenn es auch einfach geht?
Webdesign Bonn, mit medienplus barrierefrei in die Zukunft
Als Internetagentur aus Bonn haben wir es uns bei medienplus zur Aufgabe gemacht, Webseiten zu gestalten, die gut aussehen, zuverlässig funktionieren und vor allem für alle da sind. Wir beraten unsere Kund:innen dazu, wie sich Inhalte verständlich aufbereiten lassen. Wir erklären, was barrierefreies Webdesign im Alltag bedeutet. Und wir setzen es direkt um, mit viel Erfahrung und technischem Wissen.
Barrierefreies Webdesign wird bleiben, weil viele Menschen darauf angewiesen sind. Für uns gehört es zum respektvollen Umgang mit allen Besuchern einer Webseite.
Ein schneller Selbsttest für Ihre Webseite
Ob Ihre eigene Webseite Hürden hat, können Sie in wenigen Minuten grob selbst prüfen.
- Versuchen Sie, Ihre Seite nur mit der Tab-Taste zu bedienen. Sehen Sie immer, wo Sie gerade sind?
- Vergrößern Sie die Ansicht im Browser auf 200 Prozent. Ist dann noch alles lesbar und nichts abgeschnitten?
- Lesen Sie Ihre Startseite einer Person vor, die Ihre Branche nicht kennt. Versteht sie, was Sie anbieten?
- Schauen Sie auf Ihre Farben. Heller grauer Text auf weißem Grund ist für viele Menschen kaum lesbar.
Wenn Sie bei einer dieser Fragen ins Stocken geraten, lohnt sich ein genauerer Blick. Ein vollständiger Test ersetzt das nicht, zeigt aber schnell, wo die größten Baustellen liegen.
Leichte Sprache ist für alle gut
Ob man es nun leichte Sprache, einfache Sprache oder barrierefreie Kommunikation nennt, wichtig ist, dass Informationen ankommen, Webseiten nutzbar sind und niemand ausgeschlossen wird.
In Bonn setzen immer mehr Unternehmen, Behörden und Organisationen auf barrierefreies Webdesign und tragen damit zu einer Gesellschaft bei, in der alle mitmachen können.
Und wenn Sie sich jetzt fragen: Wie barrierefrei ist meine Webseite eigentlich?, dann sprechen Sie uns gerne an. Medienplus ist Ihr Partner für modernes und zugängliches Webdesign in Bonn.
Gemeinsam schauen wir, wo Ihre Texte verständlicher werden können.
Hinweis: Dieser Artikel kann kleinere Rechtschreibfehler enthalten. Wir glauben daran, dass ein Text auch menschlich wirken darf, so wie die Menschen, für die wir ihn schreiben.